Raphaela Dell

Mit einer Kombination aus Psychologie, Organisationslehre und Methoden aus der Welt der Kultur und der Philosophie, befähigt sie Menschen ihr Potential voll zu nutzen.

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Wirkung ist planbar: Wie Resonanz und gute Chemie in freien Reden entstehen

Vielleicht ist Resonanz nicht immer das naheliegendste Wort. Manche würden eher sagen: Da stimmt die Chemie. Da ist Vertrauen. Da öffnet sich etwas. Und ich glaube, genau um dieses Öffnen geht es.

Denn wenn ein Vorgespräch wirklich gut wird, dann geschieht dort mehr als ein Austausch von Informationen. Natürlich sprechen wir über Lebensdaten, über Beziehungen, über Erinnerungen und darüber, was in die Rede hineingehört. Aber das ist nur die sichtbare Ebene. Darunter liegt eine zweite, viel feinere Schicht. Dort geht es um Ton, um Zwischentöne, um das, was in einem Gespräch mitschwingt, obwohl es noch gar nicht ganz gesagt worden ist.

Genau dort beginnt für mich Resonanz.

Ich gehe in Resonanz mit den Angehörigen, wenn Vertrauen entsteht und ich spüre, dass sie merken: Da sitzt jemand, der nicht nur Fragen abhakt, sondern wirklich verstehen will. Jemand, der mit ehrlicher Neugier zuhört, der aufmerksam ist, der Interesse hat an diesen Menschen und an dem, was sie zu erzählen versuchen. Wenn diese Chemie da ist, erzählen Angehörige oft nicht nur Fakten. Dann fallen kleine Bemerkungen, ein bestimmtes Wort, ein Halbsatz, eine fast beiläufige Erinnerung. Und plötzlich merke ich:  Da liegt eine Spur. Und dieser Fährte folge ich.

Manchmal ist es nur ein einziger Begriff, der in mir etwas zum Klingen bringt. Manchmal eine skizzierte Geschichte, die noch gar nicht vollständig erzählt ist. Aber ich spüre dann, dass genau dort etwas Wesentliches verborgen liegt. Ich frage weiter. Ich taste mich vor. Und oft ist das schon der Weg, auf dem die Rede später ihre Richtung findet.

Das funktioniert allerdings nur, wenn vorher etwas entstanden ist, das man nicht herstellen kann wie einen Schalter. Vertrauen. Offenheit. Chemie. Resonanz.

Und noch etwas ist wichtig: Ich gehe nicht nur mit den Angehörigen in Resonanz, sondern auch mit dem Menschen, von dem sie mir erzählen. Natürlich kenne ich den Verstorbenen nicht so, wie die Familie ihn gekannt hat. Aber über das, was gesagt wird und über das, was zwischen den Zeilen hörbar wird, bekomme ich ein Gefühl für seine Persönlichkeit. Nicht nur für die äußeren Stationen eines Lebens, sondern für Ton, Temperament, Widersprüche, Charme, Härte, Witz, Würde oder Verletzlichkeit. Das ist schwer zu erklären und doch etwas sehr Reales.

Das ist der magische Teil dieses Berufs.

Nicht magisch im kitschigen Sinn, sondern in dem Sinn, dass sich manchmal im Gespräch ein Feld öffnet, in dem plötzlich mehr da ist als vorher. In der Gestalt würde man sagen: Das Feld öffnet sich. Und wenn das geschieht, ist die Rede innerlich schon da ist, noch bevor ich den ersten Satz geschrieben habe.

Damit will ich nicht sagen, dass Resonanz völlig zufällig wäre.

Man kann sie nicht zwingen, aber man kann sehr viel dafür tun, dass sie entstehen darf. Indem ich wirklich zuhöre. Indem ich nicht nur auf Fakten aus bin. Indem ich mich selbst im Gespräch nicht hinter einer professionellen Glaswand verstecke. Ich belästige Menschen nicht mit meinen eigenen Geschichten, aber manchmal teile ich behutsam eine eigene Erfahrung, wenn ich das Gefühl habe, dass sie entlasten könnte. Und selbst dann frage ich, ob das gerade willkommen ist. Auch das gehört für mich dazu:

Resonanz ist keine Einbahnstraße. Sie braucht Taktgefühl.

Wenn keine Resonanz entsteht, dann bleibt ein Gespräch oft korrekt, aber flach. Dann bekommt man die sauberen Informationen, aber nicht die kostbaren. Nicht die lebendigen. Nicht die, aus denen später eine wirklich außergewöhnliche Rede werden kann. Und das wäre schade. Denn oft sind es gerade die scheinbar kleinen, nicht perfekt formulierten Momente, die einen Menschen auf einmal wirklich sichtbar machen.Vielleicht kann man es auch so sagen:

Resonanz ist die Frequenz, auf der eine gute Rede überhaupt erst empfangen werden kann. 

Sie beginnt im Gespräch und wirkt später in der Zeremonie weiter. Sie hat mit Vertrauen zu tun, mit Aufmerksamkeit, mit Offenheit und mit dem Mut, nicht nur das Gesagte, sondern auch das Gemeinte zu hören.

Und genau deshalb gehört auch sie zur Wirkung. Nicht als Technik, sondern als lebendiger Teil dessen, was freie Rede von bloßer Wortproduktion unterscheidet.

Wenn dich dieser Gedanke anspricht und du mehr darüber erfahren möchtest, wie Vertrauen, Chemie und Wirkung in freien Reden entstehen, dann komm gern mit uns darüber ins Gespräch.

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