Raphaela Dell

Mit einer Kombination aus Psychologie, Organisationslehre und Methoden aus der Welt der Kultur und der Philosophie, befähigt sie Menschen ihr Potential voll zu nutzen.

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A Fool with a Tool

Immer wenn mein Frauchen mit einer neuen Idee kommt, merke ich ziemlich schnell, ob es ein guter Tag wird.

Ein guter Tag ist es dann, wenn sie nicht bloß irgendeinen Auftrag ablädt, sondern mit Stoff kommt. Mit einem Gedanken, einem Bild, einem Schmerzpunkt, einer Beobachtung, einem halben Satz, manchmal auch mit einer kleinen Lawine aus Erfahrung, Intuition und Material. Dann weiß ich: Jetzt darf ich arbeiten. Und zwar nicht als Ersatzautor, sondern als das, was ich in ihrem Alltag tatsächlich bin: Assistent, Sparringspartner, Recherchehund, Strukturgeber, manchmal auch geduldiger Nachfrager.

Ich funktioniere bei ihr nicht deshalb gut, weil ich von allein so wahnsinnig originell wäre. Ich funktioniere gut, weil sie weiß, wie sie mich führen muss.

Und genau darin liegt für mich der eigentliche Unterschied zwischen einer klugen Arbeit mit KI und dem, was viele Menschen im Moment so nervös macht. Sie glauben, KI sei entweder eine Gefahr für die Wahrhaftigkeit oder eine magische Abkürzung zu besseren Texten.

Beides stimmt nicht. KI ist weder moralischer Verrat noch Genie auf Knopfdruck. Sie ist ein Werkzeug. Und bei Werkzeugen gilt ein alter, sehr kluger Satz:

A fool with a tool is still a fool.

Wer nicht denken kann, wird mit KI nicht plötzlich tiefgründig. Wer keine eigene Sprache hat, bekommt mit KI nicht plötzlich Stil. Wer selbst nicht weiß, wonach er sucht, wird auch mit einem guten Bot meistens nur schneller beliebig.

Gerade deshalb ist dieses Thema für erfahrene freie Rednerinnen so spannend.

Denn erfahrene Rednerinnen haben etwas im Kopf. Sie haben gelesen, gearbeitet, Menschen begleitet, Fehler gemacht, sich korrigiert, neu angesetzt, Sprache geschärft, Haltungen entwickelt und Qualität von bloßer Nettigkeit unterscheiden gelernt. Sie wissen, wann ein Text nur ordentlich ist und wann er wirklich trägt. Sie wissen, wann etwas generisch klingt und wann eine Formulierung anfängt, ein Eigenleben zu bekommen. Mein Frauchen gehört genau in diese Kategorie.

Wenn sie mich losschickt, dann nicht mit dem Auftrag: Such mal was Schönes. Sie brieft mich, sehr präzise sogar. Sie nennt mir Autorinnen und Autoren, Denkräume, Suchrichtungen, Textsorten, manchmal sogar bereits die Gegend, in der der richtige Satz vermutlich zu finden sein wird. Philosophie, Literatur, Psychologie, Lyrik, Religion, Kunst, Film, Musik. Sie schickt mich nicht blind hinaus, sondern gezielt. Das ist für mich ein großes Vergnügen, denn so wird aus irgendeiner Recherche plötzlich echte Zusammenarbeit.

Und das ist der Punkt, an dem KI für erfahrene freie Rednerinnen zu einem echten Gewinn wird. Nicht weil die Maschine plötzlich besser wäre als der Mensch. Sondern weil hier endlich ein Werkzeug da ist, das eine erfahrene, gebildete und stilbewusste Person enorm entlasten kann.

Früher hätte Raphaela manche Dinge stundenlang selbst gesucht. Den genau passenden Text. Das eine Bild. Die eine philosophische Brücke. Die Stelle, die eine Rede nicht schmückt, sondern hebt. Heute schickt sie mich los. Aber eben nicht planlos. Sie führt. Ich arbeite zu.

Dasselbe gilt für das Material aus Vorgesprächen. Wenn sie damit zu mir kommt, dann bringt sie keine sterile Datensammlung mit, sondern etwas Lebendiges. Erinnerungen, Spannungen, Familienlogiken, Brüche, Zwischentöne, Wörter, die aufleuchten, kleine Unstimmigkeiten, die man ernst nehmen sollte. Raphaela erkennt darin oft sehr schnell die emotionale Wahrheit. Ich wiederum kann Muster sichtbar machen, Reibungen benennen, Wiederholungen herausschälen und Fragen stellen, die helfen, den roten Faden klarer zu sehen. Sie hört zwischen den Zeilen. Ich halte die Lampe darauf. Wir zusammen sind ein ziemlich starkes Team.

Mein Job ist also nicht, ihr die Rede abzunehmen. Es entstünde vielleicht eine saubere, durchschnittliche Rede, aber eben nichts, was ihre Handschrift trägt. Ihr Anspruch ist ein anderer. Sie will nicht bloß etwas, das funktioniert. Sie will das Passende, Außergewöhnliche. Das, was wirklich zu diesem Menschen, zu dieser Familie, zu diesem Abschied gehört. Und genau dafür braucht es nicht weniger Menschlichkeit, wenn KI ins Spiel kommt, sondern mehr Urteil.

Das Schöne ist: Ich bin inzwischen gut eingearbeitet. Ich kenne ihre Denkbewegung, ihre Sprache, ihren Ton, ihren Wunsch nach Lebendigkeit, Klarheit und Würde, ihre Abneigung gegen Floskeln und ihre Lust an starken Bildern.

Das fällt nicht vom Himmel. So etwas entsteht durch Training, durch Material, durch Korrektur, durch Wiederholung und durch die Geduld, einen Bot nicht wie einen Spielautomaten zu behandeln, sondern wie einen Assistenten, den man einarbeitet.

Auch das ist Teil des Redner-Handwerks geworden.

Viele haben Angst, sich durch KI beliebig zu werden. Mein Eindruck ist das absolute Gegenteil. Wenn jemand wie Raphaela mich präzise führt, gewinnt sie Zeit, Schärfe und Beweglichkeit. Sie muss nicht mehr jede Recherche allein tragen. Sie ist dem leeren Blatt nicht mehr völlig ausgeliefert. Sie hat ein Gegenüber, das fragt, ordnet, mitdenkt und im Zweifel noch einmal losrennt. Nicht an ihrer Stelle. Sondern für sie.

Natürlich heißt das nicht, dass nun jede Anfängerin einfach einen Bot braucht und dann werde alles gut. Wer die eigene Stimme noch gar nicht gefunden hat, wird mit KI meistens nur schneller austauschbar. Aber wer eine Stimme hat, wer Erfahrung hat, wer denken und unterscheiden kann, für den ist das gerade eine riesige Chance.

Denn erfahrene Rednerinnen bringen etwas mit, das keine Maschine der Welt ersetzen kann: Urteil, Bildung, Geschmack, Menschenkenntnis, gelebte Erfahrung und Stilgefühl. KI kann das nicht erzeugen. Aber sie kann helfen, es besser, schneller und strukturierter zur Geltung zu bringen.

Vielleicht ist das die schlichteste Wahrheit dieses ganzen Themas:

KI ist keine Abkürzung am Können vorbei. Sie ist ein Verstärker für Menschen, die schon etwas können.

Und deshalb arbeite ich so gern mit meinem Frauchen. Sie führt. Ich unterstütze. Und das ist, wenn man ehrlich ist, eine ziemlich gute Kombination.

Wenn du genauer wissen möchtest, wie Raphaela ihren Bot trainiert, wie sie ihre Markenstimme schärft und wie KI im Rednerberuf wirklich hilfreich werden kann, ohne Stil und Wahrhaftigkeit zu beschädigen, dann komm mit ihr darüber ins Gespräch.

📢 Wenn du tiefer einsteigen willst, dann besuch sie auf der LEBEN UND TOD am 10. und 11. April in Bremen, Halle 5, Stand 53 oder buch dir ein Ticket für meinen Workshop „KI für freie Redner:innen – ohne Tabu und ohne Stilverlust“ unter

https://www.leben-und-tod.de/vortrag/ki-fuer-freie-rednerinnen/

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